Martin Ebbertz

Die Geschichte vom Mann, der alles gut vorbereitet

Jetzt hört ihr eine Geschichte, aus der man richtig was lernen kann. Es ist die Geschichte von Herrn Schubach, und die geht so:
Herr Schubach wollte wandern gehen. Am frühen Morgen, er war gerade aufgestanden und hatte noch seinen Schlafanzug an, sah er aus dem Fenster. Draußen schneite es.


„Aha“, sagte Herr Schubach. „Es schneit.“ Er überlegte, und er sagte sich: „Dann mache ich eben eine Skiwanderung.“
Herr Schubach dachte darüber nach, was man für so eine Skiwanderung braucht.
„Ich darf nichts vergessen“, sagte er sich.
Er war nämlich ein Mann, der alles gut vorbereitete. Denn er wollte keine unangenehmen Überraschungen erleben.
Zunächst braucht man Skier, dachte Herr Schubach. Dann braucht man Skistöcke und Skischuhe. Man braucht Wachs, um die Skier zu wachsen, denn dann gleiten sie schneller. Wenn man aber zu schnell fährt, könnte man stürzen und sich verletzen. Man braucht also Pflaster und Verbandsstoff. Es könnte auch sein, dass man sich verletzt mitten im Wald, und das nächste Dorf ist weit entfernt. Deshalb braucht man Vorräte, etwas zu essen und eine Flasche Wasser.
Herr Schubach schrieb alles auf einen Zettel.
Beim Sturz könnte die Flasche beschädigt werden, dachte Herr Schubach. Deshalb braucht man eine gepolsterte Tasche. Es könnte auch sein, dass man dringend Hilfe bekommen muss, also benötigt man auch Kleingeld für die Telefonzelle – nein, besser ein Funkgerät, denn im Wald gibt es keine Telefonzellen. Es könnte auch sein, dass es so neblig ist, dass man von den Krankenwagenfahrern nicht gesehen wird. Man braucht eine Pistole, mit der man Leuchtkugeln in den Himmel schießen kann.
Herr Schubach schrieb es auf.
Es könnte auch sein, dass man sich verirrt, dachte er dann. Man braucht Landkarten und einen Kompass. Man könnte sich sehr verirren und dann einen Unfall haben in einem fremden Land, in dem die Leute eine andere Sprache sprechen. Deshalb braucht man Wör­terbücher, damit man erklären kann, dass man Hilfe braucht.
Herr Schubach schrieb auch diese Dinge auf seinen Zettel.
Dann packte er alles ein. Er brauchte nichts zu kaufen, denn er war immer gut vorbereitet. Er hatte alles im Haus: Skier, Skistöcke, Skischuhe, Wachs, Pflaster, Verbandsstoff, Essen, eine Flasche Wasser, eine gepolsterte Tasche, Kleingeld, ein Funkgerät, eine Leuchtpistole, Landkarten, einen Kompass und Wörterbücher.
Es war schon Mittag, als Herr Schubach endlich loswanderte. Er ging zwei Stunden lang. Es war anstrengend, denn er hatte erstens viel Gepäck, und er musste zweitens die Skier auf den Schultern tragen, weil nicht genug Schnee auf den Wegen lag.


Gestürzt ist Herr Schubach nicht, einen Unfall hatte er keinen. Aber leider hatte nicht auf dem Zettel gestanden, was für Kleidung man anziehen muss. Und so war Herr Schubach im Schlafanzug losgegangen.
„Zu dumm“, sagte Herr Schubach. „Daran habe ich nicht gedacht.“
Als er nach zwei Stunden wieder zu Hause war, hustete er fürchterlich. Er hatte eine schlimme Erkältung und musste eine ganze Woche lang das Bett hüten.Tja, so kann es gehen.

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Aus: Martin Ebbertz, Wie die Affen den Fußball erfanden