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Paula, die Leseratte

von Martin Ebbertz

Es war einmal eine Leseratte, die hieß Paula, und die trug eine große Brille mit dicken, krummen Gläsern. Die Gläser wa­ren so dick, dass es aussah, als hätte Paula winzige Augen. Natürlich hatte sie keine kleinen Augen, sie sahen nur durch die Brillengläser so aus. Aber Paula war nicht eitel, und da machte es ihr nichts aus. Allerdings konnte Paula nur sehr schlecht sehen. Ohne Brille sah sie überhaupt nichts, und mit Brille sah sie zwar ein bisschen, doch immer noch sehr wenig. Und das ist für eine Leseratte schlecht, denn zum Lesen braucht man gute Augen. Paula sah so wenig, und das Lesen war für sie so anstrengend, dass sie an jedem Tag nur einen Buchstaben las. Wenn sie ein neu­es Wort begann, dann las sie am ersten Tag den ersten Buchstaben, am zweiten Tag den zweiten Buchstaben, und so weiter, Tag für Tag. Und wenn das Wort zu Ende war, dann machte Paula einen Tag Pause und ruhte sich aus.

Eines Tages fand Paula ein neues Wort in einem Buch, und sie sagte sich: "Dieses schöne Wort werde ich jetzt lesen. Es hat fünf Buchstaben. Das ist nicht zu wenig und nicht zuviel. Heute ist Montag. Wenn ich jetzt anfange, dann bin ich am Freitag fertig."

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www.ebbertz.de